Notizen
Bildschirmpräsentation
Gliederung
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„Wissenschaft und „Kritik“ im „Kapital““
  • Zoran Djindjic, S. 101-127
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Gliederung
  • Rückblick
  • Was heißt „Wissenschaft“ bei Marx und Engels – Djindjic Sicht
  • Die Grenzen des wissenschaftlichen Begriffs bei Marx und die Stellen, an denen er sie überschreitet


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Rückblick
  • Formulierung des Anspruches im Vorwort


  • Djindjic Sicht auf Wissenschaft: Doxa und Episteme


  • Anspruch hier: immanent argumentieren: was ist Wissenschaft für Marx
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""diese spezifische Kombination von..."
  • "diese spezifische Kombination von Wissenschaft und Kritik zu erörtern" (101)


  • "Unter welchen Umständen wird die wissenschaftliche Analyse zur Kritik des Untersuchungsgegenstandes und was heißt in diesem Zusammenhang "Wissenschaft" und was "Kritik"? (101)
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„Wissenschaft“ bei Marx und Engels
  • "Die Engelschen Rezensionen über das Kapital I sind unter dem unmittelbaren Einfluß von Marx entstanden, sie können deshalb als ein Marx und Engels gemeinsames Verständnis der "wissenschaftlichen Methode gedeutet werden." (104).
  • Engels:
  • "Der Verfasser behandelt … die ökonomischen Verhältnisse in einer ganz neuen, materialistischen und naturhistorischen Methode." (102)
  • "Soweit er (Marx) sich bemüht nachzuweisen daß die jetzige Gesellschaft, ökonomisch betrachtet, mit einer andern, höheren Gesellschaftsform schwanger gehe, insoweit bestrebt er sich nur denselben allmähligen Umwälzungsprozeß auf dem sozialen Gebiet als Gesetz hinzustellen, den Darwin naturgeschichtlich nachgewiesen hat." (102)


  • Djindjic:
  • "Bei dem Verhältnis zwischen der Wissenschaft und der Kritik unterscheidet er zwischen der Kritik als Auseinandersetzung mit den theoretischen Vorgängern und der Kritik der bürgerlichen Gesellschaft. In beiden Fällen faßt er Wissenschaftlichkeit und Kritik als getrennte Momente des Marxschen Verfahrens auf."


  • Engels: "auch den Klassikern gegenüber zwar kritisch", "aber (er strebt) doch stets den Gang streng wissenschaftlicher Untersuchungen beizubehalten" (103)


  • Djindjic: "sondern sieht sogar die Wissenschaft von diesem Kritizismus gefährdet" (103)
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""Was nun das Buch..."
  • "Was nun das Buch selbst angeht, so muß man sehr wohl unterscheiden zwischen zwei sehr disparaten Teilen darin: erstens den gediegenen positiven Entwicklungen darin, und zweitens den tendentiellen Schlußfolgerungen, die der Verfasser daraus zieht" (103f.)


  • Djindjic: zwei unterschiedliche Welten, naturalistischer Fehlschluss
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Engels: „und zweitens den tententiellen Schlußfolgerungen, die der Verfasser daraus zieht“.
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Marx Suche nach einem Gesetz:
  • Djindjic: "Wo findet sich im so dargestellten Verfahren der Platz für das "kritische" Moment der Theorie?“ (105)


  • Mögliche Antwort: im Gesetz, denn Kritik hat die Aufgabe: "die Einheit des Wesens und seiner Erscheinungen herzustellen…" (2)


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""In der Deutschen Ideologie..."
  • "In der Deutschen Ideologie wurde aufgrund der spekulativen These von der Identität des Wesens und der Existenz des Menschen die Wissenschaftlichkeit mit der Beschreibung der empirischen Gegebenheit des Untersuchungsgegenstandes identifiziert. Was der Mensch seinem Wesen nach ist, ist unmittelbar erklärbar durch das, was er und wie er produziert." (108)


  • Grundrisse: "Es scheint das Richtige zu sein mit dem Realen und Konkreten, der wirklichen Voraussetzung zu beginnen, also z.B. in der Ökonomie mit der Bevölkerung, die die Grundlage und das Subjekt des ganzen gesellschaftlichen Produktionsakt [sic] ist. Indes zeigt sich dieses aber bei näherer Betrachtung (als) falsch" (109)


  • Djindjic sieht hier einen Gegensatz, der allerdings nicht so schwerwiegend ist, da es die geschichtsmetaphysische Erklärung, die Marx verwendet, nicht tangiert. Warum bleibt unpräzise.
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Aufgabe der Wissenschaft
  • "Die Aufgabe der Wissenschaft ist es, sowohl das Wesen der gesellschaftlichen Verhältnisse als auch die Logik des Prozesses, welcher in der Relation Wesen-Erscheinung stattfindet (d.h. die Logik der Verhüllung des Wesens in den Erscheinungen) zu entdecken." (112)


  • Marx: "alle Wissenschaft wäre überflüssig, wenn die Erscheinungsform und das Wesen der Dinge unmittelbar zusammenfielen" (110)
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3 Momente rekonstruiert Djindjic, um nachzuweisen, dass Marx den selbst an sich gestellten wissenschaftlichen Charakter nicht einlösen kann:
  • 1. Problem: Entfremdung


  • 2. Problem: Standpunkt


  • 3. Problem: Marx Charakterisierung der Erkenntnisposition von Hegel und Ricardo
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Problem 1: Entfremdung
  • "Wenn aber die Eigentümlichkeit dieses Wesens gerade darin liegt, daß es sich in seinen Erscheinungen verbirgt, so daß sein inadäquates Erscheinen gerade dem Wesen der Gesellschaft adäquat ist, wie Marx es im Begriff des "notwendigen Scheins" andeutet, dann sind diese Formen nicht von dem Wesen entfremdet, sondern in einer dialektischen Art und Weise ihm adäquat." (114)


  • A) Gesellschaft – Schein = Nichtentfremdet


  • B) leere ontologische Kategorie – dagegen: emanzipierte Gesellschaft


  • C) der Begriff der Entfremdung charakterisiert das Wesen selbst. Dann aber ist die Entfremdung eine art intrinsische Kategorie und sie kann nicht überwunden werden.


  • Egal: : es verhält sich analog zu einem bekannten Problem, und deshalb ist es nicht wissenschaftlich: zum Problem des "ideologischen Bewusstseins".
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Problem 2: Standpunkt
  • "Es ist aber nicht immer möglich die Differenz zwischen Standpunkten durch die Berufung auf die "faktische Situation" aufzulösen.“


  • Marx: Unterschiede in der Definition der Arbeit, unabhängig von der Perspektive (Arbeiter, Kapitalist). Ein Blick auf die wissenschaftliche Methode (seine wissenschaftliche Methode) kann diesen Antagonismus auflösen.
  • Djindjic: "Von welchem Standpunkt aus meint Marx die kapitalistische Bestimmung der Arbeit in Frage zu stellen." (120)
  • Marx Methode: Kritik (eine Form der Wissenschaft) und nicht Faktenanalyse einer Gesellschaft


  • Marx: "Arbeit desselben Inhalts kann … produktiv und unproduktiv sein"
  • Djindjic: "Eine prinzipielle Kritik an den kapitalistischen Standpunkt über die Produktivität der Arbeit kann daher nur vom Standpunkt einer anderen gesellschaftlichen Verhältnisse geübt werden." (122)
  • Djindjic: "Jede konkrete Bestimmung bekommt die Arbeit erst mit ihrer Verwirklichung, und diese ist immer an bestimmten gesellschaftlichen Verhältnissen gebunden." (122)
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Djindjic Fazit

  • 1) die Kritik der bürgerlichen Gesellschaft bleibt nicht bei der Ausbildung des Begriffs des Wesens, sondern transzendiert dieses Wesen.


  • 2) die Kritik wird vom Standpunkt einer idealen Gesellschaft heraus gemacht. Und dies verweist auf einen normativen Kern.
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Problem 3: Erkenntnisposition Hegel – Ricardo.
  • "… die Marxsche Kritik an Hegel und Ricardo behandelt nicht primär die "positive Erkenntnis", die sich von der bürgerlichen Gesellschaft haben, sondern sie richtet sich gegen die Ideologisierung des Bestehenden; denn sonst würde Hegel nicht für den Positivismus beschuldigt und Ricardo für den Realismus gelobt." (125)


  • Djindjic: Marx versucht, die Schlussfolgerungen der beiden zu kritisieren und muss hierfür den positiven Kern seiner Theorie verlassen.
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"Fazit:"
  • Fazit: "Die Absicht der Rekonstruktion war, das Überschreiten des Rahmens der "positiven Wissenschaft" in der Marxschen Kapitalanalyse nachzuweisen, nicht diese Grundlage selbst zu thematisieren." (126)
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Diskussionsanregungen
  • Versteht Djindjic den Clou der Marxschen Kritik?


  • Gegen was argumentiert Djindjic: gegen Marx oder dessen Apologeten?